Kumari - Von der Göttin zur Dirne

Erfahren haben wir von der mysteriösen Kumari durch einen Deutschen, welcher bereits 2 Monate in Nepal verbracht hat. Er hat uns davon erzählt, dass es ein Mädchen gibt, welches von den Nepalesen als Göttin verehrt wird. Sie glauben, dass es sich bei diesem Mädchen um die Wiedergeburt der Schutzgöttin handelt. Die jeweiligen Könige nutzten sie als Orakel. Das kleine zierliche, stark geschminkte und in edle Kleider eingehüllte Mädchen darf keine Mimik zeigen. Denn jede noch so kleine Regung, hat eine Bedeutung. In Nepal gibt es mehrere Kumaris. Die Bedeutendste befindet sich in der Hauptstadt Kathmandu im Durbar Square. Die Kumari wird bereits im frühen Kindesalter ausgewählt. Neben bestimmten Schönheitsmerkmalen, muss das Kleinkind diverse religiöse Prüfungen überstehen. Dazu gehört beispielsweise, dass es in einen dunklen Raum gesperrt wird und tanzende Männer mit angsteinflössenden Masken und ekligen Geräuschen sowie blutende Köpfe von frisch geopferten Büffeln gezeigt werden, um das Mädchen zum weinen zu bringen. Nur wenn es ruhig bleibt, hat es die Prüfung bestanden und kann zur Kumari erkoren werden. Sie lebt komplett isoliert von der Aussenwelt. Mittlerweile kriegt die Mädchengöttin auch eine Schuldbildung. Diese gestaltet sich jedoch nicht ganz einfach, da einer Kumari nicht widersprochen werden darf.


Leider hat diese Geschichte neben all der Verehrung auch eine sehr traurige Seite. Das Mädchen kann nur so lange Kumari sein, bis sie ihre erste Menstruation kriegen, dann nämlich gelten sie als unrein. Kein Nepalese würde je eine ehemalige Kumari heiraten und als ledige Frau gestaltet sich ein Leben im doch sehr traditionellen Nepal schwierig. Früher mussten sich diese Mädchen angeblich sogar prostituieren, um irgendwie über die Runden zu kommen. Heute erhalten sie eine kleine Rente vom Staat. 


Wir hatten das Glück, die Kumari von Kathmandu live zu sehen. Bevor dies jedoch möglich war, wurde man von mehreren Personen, unter anderem auch Polizei, darauf hingewiesen, dass es strikt untersagt ist, Foto- oder Videoaufnahmen von ihr zu machen. Wie es nun Mal so ist, konnte sich ein Touri nicht daran halten. Wir konnten sie also gerade mal ca. 5 Sekunden bestaunen! 


Randbemerkung: Das Foto oben stammt aus google.com.


 

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Kommentare: 4
  • #1

    Irène aus Wettingen (Donnerstag, 26 März 2015 20:24)

    Ihr Lieben Zwei, endlich habe ich alles gelesen. Zwischendurch geschmunzelt, zwischendurch gestaunt.
    Ich wünsche Euch weiterhin viele tolle Erlebnisse, viel Freude und bleibt gesund.

    Liebe Grüsse
    Irène

  • #2

    giraamor (Freitag, 27 März 2015 12:12)

    Hallo Irène

    Vielen Dank für deinen Eintrag. Es bleibt weiterhin spannend und abenteuerlich. Vor allem in Indien :-)

  • #3

    Gabor (Dienstag, 07 April 2015 07:26)

    Schöne, allerdings traurige Geschichte.

  • #4

    Hampi (Samstag, 25 April 2015 00:42)

    Ich habe die kleine gesehen. Mehr Zufall als geplant... Fotos? Natürlich absolut verboten wie ihr schon erwähnt habt... Der kleine Innenhof aber, der ist sehr schön.