Tiger Safari - Enttäuschung pur

Da ich (Ben) von den Tigern schon immer fasziniert war, habe ich mich auf dieses Erlebnis riesig gefreut. Wir haben uns entschieden, die Safari im Ranthambore Nationalpark in Sawai Madhopur in der Nähe von Jaipur im Bundesstaat Rajasthan zu buchen. Da es meist Glückssache ist, die Tiere auch wirklich zu sehen, haben wir uns gleich für drei Safaris angemeldet, um die Chance der Tigerbegegnung zu erhöhen. Die erste Safri startete um ca. 07.00 Uhr. Ein Jeep, hier Gipsy genannt, hat uns zusammen mit vier weiteren Touristen zu dem Eingangstor des Nationalparks gefahren. Bevor die Tour startete, waren natürlich jegliche Verkäufer von Kleidern und vor allem Kopfbedeckungen vor Ort, um auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Jedenfalls stieg ein sogenannter "Guide" zu uns ins Fahrzeug und wir fuhren los.

 

Es ging nicht lange, bis wir die ersten Tiere (Gazellen) sahen. Der Guide meinte in seinem wirklich sehr miserablen Englisch:" Left Indian Gazelle". Es ging nicht lange, bis wir auf weitere Touristen in Fahrzeugen, teilweise auch grosse Allradautos mit sicherlich 20 Personen, stiessen. Natürlich war uns bewusst, dass wir nicht die einzigen im Park sein werden. Als wir jedoch bereits eine Weile fuhren, teilweise mit bis zu 40km/h, wurde klar, dass die Umgebung voll mit Fahrzeugen war. Immer wieder kamen uns neue entgegen. Dazu kam, dass die grossen Fahrzeuge ziemlich viel Lärm erzeugten. Mit jeder Minute nahm die Hoffnung ab, hier noch auf Tiger zu stossen. Wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Tiere unter diesen Umständen auffindbar sind. Nach einiger Zeit meinte der "Guide" zu uns: "Look Footprint". Der Fussabdruck im Sand konnte wahrlich von einem Tiger stammen. Hier das Beweisfoto.

Nachdem wir über drei Stunden im Kreis gefahren sind, in gefühlt 2km Umgebung, war dies auch das einzige Zeichen von Tigern. Dazu ist zu erwähnen, dass die Gesamtfläche des Parkes ca. 392m2 beträgt. Wir haben noch einige weitere Tiere wie Vögel und eine Art Reh/Hirsch gesehen, aber nichts was wirklich spannend gewesen wäre. Die zweite Safari fand dann am Nachmittag statt. Aufgrund des wirklich enttäuschenden morgens und der Tatsache, dass die Tiere in der Mittagshitze wohl kaum zu finden sind, war die Hoffnung jedoch ziemlich gering, heute noch auf Tiger zu stossen. So war es dann auch. Immerhin haben wir einen Bären auf Termitenjagdt bestaunen können. Wenigstens ein kleines Highlight.

 

Um die Geschichte ein wenig abzukürzen, auch während der dritten Safari sind wir auf keine Tiger gestossen. Immerhin haben wir ein Schweizer Paar angetroffen, welches uns Fotos von gesichteten Tigern gezeigt hatte. Es gibt sie also doch. Von ihnen haben wir auch erfahren, dass es mehrere Gates und Gebiete gibt, welche die Jeeps abfahren. Es gibt bessere und schlechtere Routen, welche die Chance einer Tigerbeobachtung schmälern oder aber erhöhen. Auch ist der Erfolg stark vom Guide abhängig. Dieser wie auch die Routen können von den Touristen jedoch nicht gewählt oder gewünscht werden. Um in diesem Park wirklich auf Tiger zu stossen, ist also doppeltes Glück erforderlich. Für ein Mal, war das nicht auf unserer Seite.

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Kommentare: 3
  • #1

    Gabor und Hildegard (Dienstag, 07 April 2015 07:38)

    Das ist natürlich ärgerlich, aber eine schöne Geschichte, eben wenigstens auf Bären kann man sich verlassen.

    Grüsse Bärligard und Gabàr

  • #2

    Giradeamor (Dienstag, 12 Mai 2015 05:14)

    Hallo Gabor und Hildegard

    Ja, einzig auf die Bären war Verlass. Zum Glück gibt es ja TV, in welchem wir die Tiger bewundern können :)

  • #3

    Fambär (Dienstag, 12 Mai 2015 07:05)

    Klar kann man sich auf Bären verlassen.