Malediven - Zwischen Paradis und Politik

Als erstes ist zu erwähnen, dass die nicht ganz günstigen Malediven kein typisches Reiseziel für Backpackers und Weltreisende ist. Da wir uns jedoch nicht als typische Backpackers sehen, mussten wir den Inseln im indischen Ozean einen Besuch abstatten. Wir sind also von Goa über Colombo (Sri Lanka) nach Male geflogen. Die meisten Besucher buchen eine Unterkunft in einem Luxusresort auf einer der unzähligen Inseln. Da dies definitiv unser Budget sprengen würde, haben wir uns entschieden, auf einer sogenannten "Localisland", in unserem Fall Maafushi, unsere Zelte aufzuschlagen. Normalerweise befindet sich auf einer Insel lediglich ein riesiges Resort. Man verbringt also praktisch die ganze Zeit im selben Resort. Es gibt jedoch die Möglichkeit, mit dem Boot oder Wasserflugzeug andere Inseln zu besuchen. Unsere Insel ist da etwas anders. Hier haben nicht die reichen Ausländer ihre Resorts, sondern die Inselbewohner selbst. Der Manager unseres Hotels Mohammed, ist auf dieser Insel aufgewachsen. Das Hotel war früher sein Elternhaus. Er hat uns erklärt, dass die Malediven die letzten 30 Jahren bis 2008 von einem Präsidenten regiert wurde, welcher sich nicht für das Volk eingesetzt hat. Der Bevölkerung war es nicht gestattet, Hotels oder Restaurants zu eröffnen und damit Geld zu verdienen. Auch sonst war es für das Volk eine gemäss Mohammed schwierige Zeit. Dann jedoch kam die Erlösung mit der Oppositionsregierung unter Mohamed Nasheed. Er regierte das Land bis 2012 und führte die Demokratie ein. Dies war jedoch nicht einfach und von langer Hand geplant. Mehrmals musste er dafür ins Gefängnis. Entsprechend wird er hierzulande als eine Art Held gefeiert. Da derzeit der jüngere Bruder des langjährigen Präsidenten an der Macht ist, wird befürchtet, dass das Volk erneut darunter zu leiden hat. Dazu kommt, dass Mohamed Nasheed erneut im Gefängnis ist. Seitens der aktuellen Regierung wird alles daran gesetzt ihn festzuhalten, damit er sich nicht aktiv in die Politik des Landes einmischen kann. 

 

Nun genug der Politik. Wir müssen eingestehen, die Malediven haben sich uns wie im Bilderbuch präsentiert. Türkisfarbenes, klares Wasser, weisser Sandstrand und Sonnenschein pur. Eigentlich sollte man meinen, dass dies die Zutaten für einen perfekten Urlaub sind. Für uns trifft dies nicht ganz zu. Nach zwei Tagen Entspannung pur haben wir uns gefragt: "Und jetzt"? Die Inseln sind meist nicht so gross, sofern man nicht tauchen geht, gibt es also nicht all zu viel zu unternehmen. Wir haben also begonnen, uns für Ausflüge einzuschreiben, was leider nicht ganz kostengünstig ist. Dies gab uns die Möglichkeit, an verschiedenen Plätzen zu schnorcheln und Delfine zu beobachten. Zudem haben wir einen ganzen Tag in einem Luxusresort auf einer Nachbarinsel verbracht. Was wir noch nicht erwähnt haben, zu unserem Erstaunen haben die Einheimischen auf unserer Insel das Kochen nicht erfunden. Das meiste schmeckt einfach nur fad. Um so grösser war die Vorfreude im Resort ein richtig gutes Mittagessen zu genießen. Das bestellte Steak und der Thunfisch haben wahrlich nicht enttäuscht. Nur zu gerne hätten wir die 250 Dollar Pizza auf der Menükarte probiert. Der Tag im Resort wahr traumhaft, aber auch sehr teuer. Einmal mehr wurde uns vor Augen geführt, was mit Geld möglich ist.


Das Fazit unserer Maledivenreise ist, wer Entspannung und Tauchurlaub sucht, ist goldrichtig. Wer bereit ist, einen ordentlichen Betrag auszugeben, kann es sich dort richtig gut gehen lassen. Für uns aber war das Inselparadies im indischen Ozean doch zu ruhig, weshalb dies wohl unser erster und letzter Malediven-Urlaub war. Aber man sollte ja niemals nie sagen. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Hampi (Samstag, 02 Mai 2015 10:35)

    Der Perfekte Urlaub liegt in der Wahrnehmung des einzelnen Reisenden. Ich kann euch verstehen, dass ihr nach 2 Tagen genug hattet. Ich hätte vermutlich nach 2 Stunden genug. Aber eben jeder geniesst seinen Urlaub wie und wo er will. Und das ist gut so. Schade hattet ihr nicht die Möglichkeit Malé zu besuchen. Anscheinend sehr, sehr eng und dicht verbaut.

  • #2

    Giradeamor (Dienstag, 12 Mai 2015 05:06)

    Korrekt, jeder soll seinen Urlaub so geniessen, das es für ihn stimmt. Wir waren einen Tag in Malé. Komplett verbaut und nichts schönes. Kann ich keinem empfehlen. Da haben die Malediven doch bedeutend schöneres zu bieten.

  • #3

    Fambär (Dienstag, 12 Mai 2015 17:13)

    Hat es da wirklich eine Gierreizi mitten im Wasser? Bringt ja voll nix, da kann man ja gar nicht richtig Schwung holen und man wird immer vom Wasser gebremst. Danke, nix für mich, Da geh ich lieber in die Bäcki go gigampfe.

  • #4

    Silja (Sonntag, 17 Mai 2015 12:06)

    ;) da wir leidenschaftliche Taucher sind, werden wir uns die Malediven nicht nehmen lassen ;) ich würd euch das brevet wärmstens empfehlen! Ihr reist in die schönsten Tauchgebiete!