Java - Morgenstund hat Gold im Mund

Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens, war unser erstes Ziel. Wir haben knapp zwei Tage dort verbracht. Es gibt dort aber nicht wirklich viel zu sehen, ist einfach eine grosse Stadt in Asien. Wenn du mal in der Nähe bist, kannst du auf einen Abstecher vorbei, ansonsten besser auslassen. Von Jakarta sollte es dann in die Mitte von Java nach Yogyakarta gehen. Hier ist uns leider ein kleiner Fehler unterlaufen. In unserer Planung haben wir mit einer Distanz von etwas mehr als 100km gerechnet, was mit dem Bus oder Taxi gut erreichbar gewesen wäre. In Wirklichkeit waren es jedoch ca. 550km. Da wir unser Hotel in Yogya schon gebucht hatten, mussten wir uns kurzerhand ein Flugticket kaufen. In Yogyakarte gelandet haben wir uns direkt ein Taxi geschnappt und sind nach Borobudur gefahren. Es fahren auch diverse Busse, welche natürlich etwas günstiger sind, dortig. Nachdem wir aber mit verhandeln einen guten Preis erzielt haben (160'000 IDR), haben wir uns für die bequemere und schnellere Variante entschieden. Borobudur ist ein beliebtes Ziel für Touristen, da sich dort ein buddhistischer Tempel befindet. Die total 9-stöckige Anlage wurde irgendwann um  ca. 800n. Chr. erbaut (Annahme). In der ganzen Anlage befinden sich ca. 300 Buddhastatuen, die meisten davon jedoch verstümmelt (ohne Kopf). Früher waren es einmal über 500 Stück. Die 5 Hauptbuddhas stehen jeweils für eine Himmelsrichtung. Ja richtig, 5 und nicht 4. Neben Nord, Ost, Süd und West ist auch die Himmelsrichtung Zenit durch einen Buddha vertreten. Für die, welche es interessiert, google it. Die fünf Buddhas beschützen die jeweilige Himmelsrichtung. Unser Hotel lag direkt neben dem Tempel. Dies gab uns die Möglichkeit, die Anlage vor dem grossen Besucheransturm zum Sonnenaufgang zu besichtigen. Dies ist wirklich ein super Erlebnis und sehr zu empfehlen. 


Es gibt noch einen weiteren Tempel zu besichtigen, welchen wir jedoch ausgelassen haben. Da es ansonsten in Borobudur nicht mehr viel zu sehen oder erleben gab, sind wir wieder zurück nach Yogyakarte. Von dort aus nämlich startete unser Vulkanabenteuer, welches wir bereits von der Schweiz aus mit Pepe-Tours vorgebucht haben. Die Insel Java ist bekannt für seine zahlreichen Vulkane. Der wohl bekannteste ist der Bromo. Uns trennten jedoch noch eine 10-stünige Autofahrt, welche doch relativ anstrengend war. Als wir dann um 20.00 Uhr im Hotel angekommen sind, gab uns die doch sehr kalte Bise dort oben noch den rest. Also schlürften wir noch kurz eine Soto Ayam (indonesische Suppe) und ab ins Bett, da es am nächsten Morgen früh los ging. Nicht wirklich ausgeschlafen jedoch voller Tatendrang ging es um 3.30 Uhr mit dem Jeep los, weiter in die Höhe. Einundhalbstunden später sind wir dann am Gipfel angekommen. Nicht schlecht staunen wir, als wir die Reihe Jeep sahen, weit über 100. Und wir dachten um diese Zeit wird noch nicht so viel los sein. Der Sonnenaufgang über dem Mount Bromo zu bestaunen ist wirklich etwas schönes. Die Aussicht und die klare Luft sind herrlich. Zerstört wird dieser Moment jedoch von den Massen an Touristen. Links und rechts ein Gedränge. Jeder möchte als Souvenir ein gutes Foto mit nach Hause nehmen. Hier nur ein kleiner Ausschnitt. 

Unsere dritte und letzte Etappe in Java führte uns dann zum Ijen. Er ist vor allem für die blaue Flamme und seinen Kratersee bekannt. Er ist jedoch auch Arbeitsplatz für hunderte von Minenarbeitern, welche an den Wänden des Kraters unter den unmenschlichsten Bedingungen Schwefel abbauen. Auch hierfür mussten wir früh aus den Federn, diesmal sogar um 01.00 Uhr früh. Es hiess zwar, dass etwas Trekking erforderlich sei, bevor der Krater erreicht werden kann. Was wir jedoch unterschätzt haben, dass morgens um 02.30 Uhr eine 1.5-Stunden lange Wanderung den Berg hinauf ziemlich anstrengend sein kann. Mit einer Taschenlampe und einer Gasmaske ausgerüstet, haben wir uns also auf den Weg gemacht. Wir mussten zwar all unsere Engergiereserven aufbrauchen, aber wir haben es geschafft. Oben angekommen merkten wir anhand den brennenden Augen und dem beissenden Geruch, dass wir nun dem Schwefel ziemlich nah sind. Die Gasmaske aufgesetzt und los ginge hinab zur blauen Flamme. Die saphirblaue, lodernde Flamme ist nichts anderes als brennender Schwefel. Aber im Dunkeln sieht die Flamme gespenstisch und faszinierend aus. So zumindest stand es auf der Internetseite. Während unserer Anwesenheit war die Flamme lediglich kurzzeitig zu sehen, da immer wieder starke Rauchbildung die Sicht versperrte. Ebenso war der der Aufenthalt dort unten trotz Gasmaske sehr unangenehm. Der beissende Geruch reizt die Atemwege dermassen, dass wir es nicht lange ausgehalten haben. Auf unserem Weg haben wir immer wieder Minenarbeiter getroffen. Uns wurde erklärt, dass diese 16-20 Stunden täglich hoch und runter laufen, um pro Kilo gerade einmal 800  indonesische Rupiah (0.06 CHF) zu bekommen. Für uns kaum vorstellbar. Gasmasken benützen die Arbeiter natürlich nicht, lediglich ein Stück Stoff bedeckt den Mund. Um ihr Einkommen etwas aufzubessern, verkaufen sie Skulpturen, welche sie aus dem Schwefel schnitzen. Ein wirklich sehr hartes Leben, welches es uns einmal mehr vor Augen hält, dass wir uns über unser Leben und unseren Luxusproblemen nicht beklagen sollten.


Fotos findest du wie immer unter der Galerie.

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Kommentare: 2
  • #1

    Hampi (Dienstag, 19 Mai 2015 06:43)

    WTF!!! Als ich vor 15 Jahren den Sonnenaufgang zum Mount Bromo bestaunte, waren ich meine Eltern unser Fahrer und ein anderes Paar da oben. Und heute MASSENANSAMMLUNG!

    Globalisierung lässt grüssen...

    Da überlege ich mir ob ich diesen Ort je wieder besuche...

  • #2

    Gabor Horvath (Donnerstag, 21 Mai 2015 13:49)

    Wie ich sehe habt ihr auch so ein doofe Selfie Stange gekauft (wie ich in Venedig...)
    Superschöne Geschichten, Erlebnisse, wir lesen sie gerne und sind auch ein wenig dabei. Liebe Grüsse Gabor und Hildegard aus der Weltstadt Wallisellen (mit Streetbar)