Vietnam - Nie aufgeben + kämpfen

Vietnam hatte es in der Vergangenheit echt nicht einfach. Die Chinesen, Franzosen und Amerikaner, sie alle führen Kriege gegen das Land in Südostasien. Was wirklich beindruckend ist, das verhältnissmässig kleine Land hat sich immer wacker verteidigt und alle Angriffe abgewehrt. Selbst die Grossmacht USA haben sie besiegt. Die Vietnamesen sind stark, haben nie aufgegeben und sehr stolz auf ihr Vietnam. Wenn man das Land bereist, spürt man dies täglich und als Tourist wird man hier mit offenen Armen empfangen. Wir sind von Phnom Penh Richtung Saigon per Bus gefahren. Der Grenzübergang ist grundsätzlich problemlos, es dauert jedoch eine Weile, bis man auf der vietnamesischen Seite ist. Grund dafür ist das doch sehr spezielle System bei der Passkontrolle. Es werden nämlich sämtliche Pässe pro Bus eingesammelt, dann muss jeder warten, bis er persönlich aufgerufen wird und sein Pass an der Reihe ist. Möchte man dies umgehen, dann bleibt nur die Einreise per Flugzeug. 

 

In Saigon angekommen fallen vor allem die zig tausende Roller auf der Strasse auf. Der Verkehr rollt und wie. Als Fussgänger steht man in der Verkehrskette an letzter Stelle. Bisher konnten wir einfach über die Strasse gehen, nur nicht anhalten. Der Verkehr wird sich wie eine Schlange um die Fussgänger winden. Nicht so in Vietnam. Hier muss man gut darauf achten, nicht überrollt zu werden. Wer in Saigon bzw. dem heutigen Ho-CHi-Minh Stadt ist, wird sich sicherlich die Tunnel von Cu Chi anschauen gehen. Diese befinden sich rund  70 Kilometer ausserhalb der Stadt. Es handelt sich hierbei um ein Tunnelsystem, welche ursprünglich während dem Krieg mit der Kolonialmacht Frankreich entstanden sind. Damals sollten die Tunnel Waffen, Vorräte und Menschen schützen. Als dann die USA ihre Truppen sandten, wurden die Tunnel durch die Vietcong weiter ausgebaut bis sie auf eine Gesamtlänge von ca. 200 Kilometer und drei Ebenen angewachsen waren. Die Gänge waren jedoch mit 80cm Höhe und 60cm sehr eng. Dieses System machte es den Vietcong jedoch möglich, von einem Moment zum anderen zu verschwinden oder aufzutauchen. Zudem hatten sie das ganze Gebiet voll mit Fallen bestückt. Die USA fand kein Mittel, gegen dieses clevere System. Die Fotos zeigen einen Eingang und eine Falle.

Wie man sich vorstellen kann, sind tonnenweise Touristen vor Ort. Es gibt auch die Möglichkeit, vor Ort mit den originalen Waffen von früher zu schiessen. Dadurch, so bizarr es vielleicht kling, erweckte es diesen Ort wieder zum Leben. Man spaziert durch die Wälder, hört die Geschichten von früher und im Hintergrund hört man lautes knallen von den Gewehren.

 

Von Saigon aus haben wir dann noch einen 2-Tagesausflug ins Mekong Delta unternommen. Einen solchen Ausflug können wir nur empfehlen. Man lernt viel über Land und Leute. Wir haben leider den Fehler gemacht, ein sehr günstiges Angebot vom Hostel aus zu buchen. Die Gruppe war riesig und wir kamen uns vor, wie auf einer Kaffeefahrt. Wir sind von Programmpunkt zu Programmpunkt geschossen, dies war schade. 


Danach ging unsere Reise per Nachtzug weiter nach Hoi An, welches sich in Zentralvietnam befindet. Da wir den Zug etwas kurzfristig gebucht haben, gab es keine Schlafwagen mehr. Wir mussten also in den Sitzen eine doch eher lange Fahrt (ca. 17 Stunden) ausharren. Schlafen ist praktisch unmöglich, da es erstens sehr unbequem ist, der Zug immer wieder anhält und Passagiere ablädt und wieder aufnimmt, regelmässiges lautes Geschrei und das Licht immer wieder an und ab geht. Aber abenteuerlich war es allemal.  Hoi An hat den Ruf, eine sehr charmante Stadt zu sein. Wir wurden nicht enttäuscht. Ganz klar unsere Lieblingsstadt in Vietnam. Was es schon mal sehr sympathisch macht, dass kaum Verkehr herrscht und die Altstadt gar ganz Autofrei ist. Zudem kann man in der eher kleinen Stadt praktisch alles finden, für alle ist was dabei. Eine Altstadt am Wasser, das Meer für eine frische Abkühlung, coole Läden um zu shoppen, trendige Cafés und Restaurants. Wer Landleben und Reisfelder und Fischer sucht, der wird hier auch fündig. Auf jeden Fall eine Traumstadt für Fotografen. Wir haben in der Altstadt einen tollen Italiener gefunden und waren regelmässig dort essen. Da der Besitzer ein Norditaliener ist, schmeckten die Speisen wirklich super. Wer mal dort ist, unbedingt im "Goodmorning Vietnam" vorbei schauen. 

 

Nachdem wir uns einige Tage vom stressigen Grossstadleben erholt haben und gut genährt waren, machten wir uns weiter Richtung Ninh Binh. Diese Strecke über ca. 900Km legten wir ebenfalls mittels Zug zurück, jedoch diesmal im Schlafwagon. Dort lies es sich wesentlich besser schlafen. Ninh Bin ist auch unter "trockene Halong-Bay" bekannt. Die Berglandschaft kombiniert mit den Flüssen und den Reisfeldern sehen einfach super aus. Leider hatten wir mit dem Wetter etwas Pech und es regnete meist. Dafür waren wir praktisch alleine auf dem Fluss, als wir die Bootstour unternahmen. Normalerweise ist der Fluss mit Touristen gerammelt voll. Es gibt die Möglichkeit, dort drei verschieden Flusstouren zu unternehmen. Je nach dem zwischen 1.5 und 3 Stunden. Wir haben uns aufgrund des anhaltenden Regens für die kürzere Variante entschieden. Da wir nur 2 Tage dort verbrachten, haben wir nicht allzuviel unternommen und sind direkt weiter Richtung Hauptstadt Hanoi. 

 

Im Hotel angekommen haben wir direkt zwei Ausflüge gebucht. Einmal Halong-Bay und einmal Sapa. Ums vorweg zu nehmen, der eine Ausflug Top, der andere ein grosser Flop. Zuerst zum Positiven, Sapa. Diese Bergstadt befindet sich im Norden Vietnams in der Nähe zur chinesischen Grenze. Der Bus brachte uns über nacht in rund 8 Stunden dorthin. Wir haben einen 2-Tagesausflug mit leichtem Trekking gebucht. Wir waren eine supper Truppe bestehend aus nur 7 Personen. Die Berglandschaft mit den vielen Reisfeldern ist einfach athemberaubend. Am ersten Tag sind wir rund 16 Kilometer gelaufen. Es ging jedoch recht rauf und runter über Stock und Stein. Da es in der Nacht regnete, war der Boden sehr rutschig und einige von uns sind immer wieder auf den Hintern geflogen. Aber es hat uns auf jeden Fall sehr Spass gemacht und das Essen war super. Übernachtet haben wir bei einer Familie, die in einem stallähnlichen Haus lebt. Sehr einfach, da sie jedoch Hühner und Enten haben, Mais und sonstiges Gemüse anpflanzen, haben sie alles was sie brauchen. Das Highlight war das Abendessen. Die Familie hat noch einige Bekannte eingeladen und wir haben alle zusammen gegessen. Die Auswahl an verschiedenen Gerichten war riesig. Dann begann das Einladen. Die Familie hat einen nach dem anderen zu einem Gläschen Reiswein eingeladen. Man steht auf, sagt einen Spruch auf vietnamesisch (konnten wir nur mit Reiswein intus :-)), runter damit und Hände schütteln. Das ganze wurde dann zu einer Art Spiel und jede/r lud jede/n ein. Wir alle hatten eine wirklich gute Zeit, wer wollte konnte noch an der riesigen Pfeife gefüllt mit Tabak ziehen. Auf jeden Fall haben danach alle super auf der Matratze auf dem Boden geschlafen.

 

Nun noch zur negativen Erfahrung Halong-Bay. Dies ist ein sehr gängiger Ausflug von Hanoi. Mit Fr. 130 pro Person jedoch nicht ganz günstig. Es ist eine wirklich sehr schöne Gegend im nordöstlichen Vietnam. Die Felsformationen im Meer sehen sehr eindrücklich aus. Uns machte Leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach einer 4-stündigen Busfahrt kamen wir am Hafen an. Zig Boote warteten auf die Touristen. Nachdem wir auf unserem Boot angekommen sind, haben wir unsere Kabine in Beschlag genommen. Soweit sogut. Nach einigen hundert Metern fing es dann auch schon an zu regnen. Da wir uns in der Regenzeit befinden, ist dies normal, meist hört es aber nach einigen Minuten wieder auf. Diesmal jedoch leider nicht. Wir nahmen unseren Lunch ein und freuten uns darauf in einem Wasserdorf Kajaken zu gehen. Das Wetter wurde jedoch schlimmer und es fing an zu Blitzen und Donnern, weshalb der Käpten entschied, umzudrehen und zu hoffen, dass das Wetter wieder umschlägt. Der Wettergott meine es jedoch nicht gut mit uns. Plötzlich hiess es, dass wir umgehend Richtung Land fahren müssen, da das Gewitter noch schlimmer wird und es zu gefährlich wäre, auf See zu bleiben. Wir haben noch ganz schnell zu Abend gegessen und wurden dann evakuiert. Bei strömendem Regen mussten wir in ein kleines Boot umsteigen um an Land zu gelangen. Dann begann das Warten. Man könnte meinen, dass diese Agenturen ein solches "Problem" das erste Mal erlebten. Keine Spur von Organisation. Wir alle mussten im Regen bis zu einer Stunde warten, da wir in ein einige Kilometer entferntes Hotel gefahren wurden und nur ein Taxi zur Verfügung stand. Im Hotel angekommen, es war bereits ca. 20.00 Uhr, mussten wir dann fast eine weitere Stunde auf unseren Guide warten, da wir ohne ihn nicht einchecken konnten. Alle waren nur noch genervt, wütend und müde. Natürlich kann das Wetter niemand beeinflussen, was aber die Organisation angeht, da kann man sehr wohl was unternehmen. Bevor wir dann zu Bett gingen, wurde uns noch mitgeteilt, dass wir morgen um 06.00 Uhr fertig sein sollten und dann entschieden wird, ob die Tour fortgeführt wird. Nach einer relativ kurzen Nacht waren wir am Morgen dann alle parat und warteten. Einzig unser Guide tauchte nicht auf. Um 10.00 Uhr kam er dann endlich und meinte, er musste noch einiges abklären und sagte dann, dass wir in ca. 30 Minuten den Lunch zu uns nehmen und uns dann wieder auf den Rückweg machen. Auf's Meer gehen wird nicht mehr möglich sein. Wir alle haben also viel Geld für praktisch nichts bezahlt. Gesehen haben wir auch nichts. Die Beim Lunch unterhielten sich also alle, ob dies akzeptiert werden soll oder nicht. Die meisten wollten mindestens einen Teil des Geldes zurück. Und wir fanden es besser, diese Forderung in der Gruppe an das Reiseunternehmen zu richten als jeder einzeln. Man hat uns gesagt, dass vor Ort nichts entschieden werden kann, der Manager wird jedoch im Bus sein und dann könnte man weiter schauen. Natürlich war der Manager nicht im Bus. Wir haben aber so energisch darauf beharrt, dass dieser zurück in Hanoi wirklich auftauchte. Nach langen Verhandlungen wollte er pro Person 30 Dollar zurück vergüten. Wer mehr wollte, musste dies mit dem Büro klären, wo die Tour gebucht wurde. Also zückten alle die Handy's und riefen die entsprechenden Stellen an. Es war ein richtiger Kampf ausgebrochen, der Manager immer wieder am Telefonieren und Diskutieren. Lange Rede kurer Sinn: Wir haben nach etlichen Diskussionen bis auf 20 Dollar alles zurück erhalten. Wie sich heraus stellte, haben die andern viel weniger zurück vergütet bekommen. Wenn wir von den Vietnamesen also eines gelernt haben: Kämpfen lohnt sich!

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Kommentare: 5
  • #1

    Hanspeter Gass (Donnerstag, 31 Dezember 2015 02:03)

    Sitze gerade in Hanoi nachdem wir den Trip in die Halong Bay gemacht haben.

    Ich musste feststellen, dass viele den Fehler machen und über Halong City diese " Massen cruises " machen. Nicht so wenn man mit dem Speedboat von Haiphong nach Cat Ba ( Nationalpark ) fährt. Ganz wenige Touristen, sagen wir mal fast keine. Dort stiegen wir in unser privates kleines Boot ein, Rosi ich Guide Captain und Koch. 3 Tage atemberaubende Erlebnisse in ruhigen buchten wo nur unser Boot und die Natur waren.

    Diese Route war aber mehr Zufall, ich bemerkte erst dass wir die richtige Route wählten als wir da waren.

    Grüsse, wir machen uns jetzt auf den Weg nach Vientianne und dem Isaan...

    Happy New Year

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