Tokio - Geniale Stadt

Nachdem wir ein halbes Jahr quer durch Asien gereist sind, können wir heute sagen, dass Tokyo unsere Lieblingsstadt ist. Tokyo hat weit mehr zu bieten, als nur Sushi und blinkende Tafeln. Es gibt so viel zu sehen und zu unternehmen. Die Anzahl an Restaurant’s und Bar’s ist gigantisch. Die Einheimischen sind äusserst freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. 

 

Anfänglich war es nicht ganz einfach, sich in der Stadt zu recht zu finden. Tokio ist riesig und das U-Bahnnetz entsprechend auch. Unser Hostel befand sich im Ryogoku-Quartier, auch bekannt als Stadtteil der Sumo-Ringer. Die wohl bekanntesten Stadtteile in Tokio sind Shibuya, Shinjuku und Ginzo. Die Eindrücke, welche man beim ersten Besuch in Tokio erhält sind einfach überwältigend. Ein wahrer Schilderurwald an Werbung, laute Musik dröhnt aus allen Richtungen, Menschenmassen strömen durch die Strassen,  geraucht wird nur in bestimmten Raucherzonen (auch Aussen) usw. 

 

Unser erster Ausflug führte uns zur weltberühmten Shibuya-Kreuzung. Die meisten von euch haben sicherlich im TV schon Bilder davon gesehen. Es ist schon erstaunlich, wie hunderte von Menschen auf einmal die Strasse überqueren und dies kreuz und quer. Auch wenn es „nur“ eine Kreuzung ist, macht es trotzdem Spass auch mit der Masse mitzulaufen. Ausserdem ist dies der perfekte Ort, um die Japaner zu beobachten. Wenn man Glück hat, kann man auch einige lustigen Szenen beobachten wie die nachfolgenden beispielsweise:

 

Kreuzung Heute                                                             Kreuzung Früher

In dieser Gegend haben wir auch einen coolen und wahnsinnig günstigen Sushi-Laden (Genki Sushi) entdeckt. Das coole, man bestellt das Sushi per Touchscreen an seinem Platz, innerhalb von wenigen Sekunden kommt es wie ein Zug herangebraust, man nimmt den Teller, drückt einen Knopf und das Tablet fährt wieder weg. Durst? Kein Problem, ein Knopfdruck und die Kellnerin bringt das Getränk an deinen Platz. Nebst den wirklich günstigen Preisen (ein Teller mit 2-3 Sushi kostet gerade mal 128 Yen / 1 CHF), sind sie auch noch mega lecker. 

 

Es ist einfach hammer, wie perfekt hier alles organisiert ist und funktioniert. Dies ist in der Schweiz natürlich auch der Fall. Bedenkt man jedoch, dass alleine Tokio über 9'000'000 Menschen beheimatet, ist dies schon beeindruckend. Natürlich ist Tokio eine riesen Metropole und die Japaner sind sehr fleissige Businessleute, aber gestresst fühlt man sich hier irgendwie trotzdem nie. In der Schweiz geht mir das manchmal etwas anders. Die Menschen hier haben eine Ruhe in sich, welche wir in Europa und vor allem in der Schweiz noch lernen müssen. Ausserdem sind sie Meister im Powernapping. In der U-Bahn sitzend kann man beobachten, wie schnell die Japaner in "Trance" verfallen.. Die Beine zusammen gepresst, die Hände auf dem Schoss in Gebetshaltung und der Kopf sich senkend, nützen sie die Fahrt als Ruhepause. Mir würde es kaum gelingen, in einem solchen Umfeld zu schlafen und wenn, dann würde ich meine Haltestation definitiv verpassen. Aber nicht so die Japaner. 

 

Wenn du ein Technikfreak bist, dann musst du unbedingt den Stadtteil Akihabara besuchen. Die Auswahl an Technik ist riesig. In meinem Leben habe ich noch nie eine so grosse Auswahl gesehen. Mediamarkt ist Nichts dagegen. Die Preise sind jedoch leider ähnlich wie bei uns. Und wenn du eine Pause vom vielen Stöbern und Shoppen brauchst, kein Problem, in diesem Viertel befinden sich zudem die „Maids-Cafés“. Junge Japanerinnen, verkleidet als sexy französische Dienstmädchen servieren dir deine Mahlzeit. Schräg? 100 Prozent, aber irgendwie trotzdem cool, dass es solche verrückten Sachen gibt. 

 

Als Nachtschwärmer sollte man sich vor allem in Shibuya oder Shinjuku aufhalte, wo unzählige Bars und Clubs beheimatet sind. Zur Information, in Shinjuku befindet sich Tokios Rotlichtviertel. Wir sind am frühen Abend in dieser Gegend gewesen. Wie in ganz Japan, geht es auch dort sehr gesittet zu und her. Auch sieht man die Damen nicht wirklich auf der Strasse. Vor jedem Club/Bar stehen jüngere Männer, welche versuchen Kunden von Draussen ins jeweilige Lokal zu locken. Ich habe gelesen, dass es sich bei diesen jungen Männern oft um Anwärter der japanischen Mafia handelt. Dies ist sozusagen die erste Station, damit man aufgenommen wird. Wei gesagt, das Viertel kann aus meiner Sicht problemlos besucht werden ohne dass man Angst haben muss. 

 

Wer ein wenig Abstand vom städtischen Trubel braucht, der geht am besten nach Okahiba. Dieser Stadtteil befindet sich am Meer und es gibt sogar einen kleinen Strand. Hier hat man das Gefühl, man ist in einer völlig anderen Stadt. Entlang der Promenade schlendern, bei einem kühlen Drink den Sonnenuntergang geniessen, das alles ist hier möglich. Nebenbei hat man eine Sicht, welche mit New York zu vergleichen ist. Die Rainbow-Bridge gleicht nämlich der Brooklyn-Brige und ausserdem hat es in Tokio auch eine Freiheitsstatue, nur ein wenig kleiner und auf dem Festland. Ach ja, der Eifelturm ist übrigens auch vertreten. Aber siehe selbst!

Was es in Japan doch nicht alles gibt. Wenn du also die mit bekanntesten Sehenswürdigkeiten sehen willst, vergiss New York und Paris, geh direkt nach Tokio :-)


Nun zum Kulinarischen. Die japanische Küche ist unglaublich vielfältig. Nebst den bekannten Gerichten wie Sushi, Tempura oder Rahmen-Nudeln gibt es noch so viel mehr zu entdecken. Da wären beispielsweise die japanischen Pfannkuchen, HotPot, Soba und Udon, Grillspiesse mit diversem Fleisch genannt Yakitori (auch Organe und Innereien), japanische Curries,  und natürlich das weltbeste Kobe-Steak (Wagyu). Die Japaner lieben es, kleine Snacks und Bier gemeinsam zu geniessen. In Tokio gibt es einige bekannte Orte wie beispielsweise im Stadtteil Asakusa oder der Memory Alley, wo man in kleinen Bars hammer Essen mit frisch gezapftem Bier geniessen kann. Ausserdem gibt es spezielle Themenrestuarants. So kann man z.B. im Locked up sein Essen angekettet hinter Gittern geniessen. In Alcatraz dreht sich alles rund um u Vampier logischerweise um Vampiere. Du vermisst deine Katze zu Hause? Kein Problem, gehe einfach in eines der vielen Katzen-Cafés und du kannst deinen Café-Latte mit einer der Dutzenden Mietzen auf dem Schoss geniessen. Ich habe mal gehört, es gibt nichts, was es in Tokio nicht gibt. Wir glauben dies mittlerweile tatsächlich. Wenn du was schräges oder aussergewöhnliches suchst, hier kannst du es finden. 


Ja, das alles und noch vieles mehr ist Tokio. Eine abwechslungsreiche und aussergewöhnliche Stadt. Uns hat Tokio definitiv nicht zum letzten Mal gesehen. Arigato Gozaimasu!

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Kommentare: 1
  • #1

    Oli (Dienstag, 20 Oktober 2015 10:15)

    Soooo niidisch... Gnüsseds!