Bolivien-Hexenmarkt, Lamas & mehr

Von der Wüste Atacama's haben wir eine 3-Tagestour über die bolivianische Grenze gebucht. Mittels 4x4 Jeep ging es vorbei an etlichen Lagunen. Die eine blau, die andere grün und die spektakulärste gar rot. Diese Lagunen sind die Heimat von vielen Flamingos. Es war ein wunderbares Erlebnis, diese Vielfalt der Natur zu beobachten. Übernachtet haben wir in relativ einfach Unterkünften. Wie die meisten wohl wissen, liegt Bolivien ziemlich hoch. Übernachtet haben wir auf rund 4'200 Meter über Meer. Entsprechend hatten einige unserer Gruppe mit der Höhenkrankheit zu kämpfen.  Es gibt einige Hilfsmittel wie Medikamente oder Cocablätter, welche gegen die Höhenkrank helfen sollen. Wenn ich aber an die Leute in unserer Gruppe zurück denke, nützten diese leider nicht viel. Die meisten benötigen einfach 1-2 Tage um sich anzuklimatisieren. Eine Grundregel sagt, dass man sich mindestens 3 Tage pro 500 Meter Aufstieg auf der gleichen Höhe aufhalten sollte, um dem Körper Zeit zu geben, sich an die Höhe zu gewöhnen. Wenn möglich, sollte man sich daran halten, dann wird man definitiv keine Probleme haben. Ansonsten bleibt nichts anders übrig, als zurück in tiefere Regionen zu gehen. Auf dieser Reise haben wir Danny aus Kolumbien und Savana aus Australien kennen gelernt. Sie wohnen beide in Sydney und haben ebenfalls beschlossen, eine Südamerikarundreise zu unternehmen. 


Nachdem wir die teilweise doch relativ anstrengende Reise nach Bolivien geschafft haben, sind wir in am dritten Tag in der atembaraubenden Wüste Salar de Uyuni angekommen. Kilometerweit nur Salz. Obwohl die Landschaft sehr karg ist, ist es sie auf eigene Weise wunderschön. Man setzt sich hin, schaut in die Weite, geniesst die Ruhe und die Leere um sich. Ein wunderbarer Ort um über Gott und die Welt nachzudenken, wäre da nur nicht die brennende Sonne. Während der Regenzeit, welche im Dezember beginnt, liegt auf der ganzen Salzwüste ein dünnerWasserfilm. Der Himmel und die Wolken spiegeln sich im Wasser. Leider haben wir diese Zeit um einen knappen Monat verpasst, wunderschön wars trotzdem.


Da Savana aufgrund familiären Angelegenheiten für eine Woche zurück nach Australien musste, kam Danny mit uns per Bus weiter nach Potosi. Die Stadt in Zentralboliven ist vor allem für eines bekannt, Mienen. Seit dem 17. Jahrhundert wird im Cerro Rico Silber abgebaut. Dies unter schwersten Bedingungen. Wenn man hört, unter welchen Umständen die tausenden Männer täglich hunderte Meter weit im Berg das kostbare Gut abbauen mussten und dabei sehr wenig verdienten. Angeblich starben mehr als 8 Millionen Menschen in diesen Mienen. Bei solchen Geschichten wird man doch sehr nachdänkglich und schätzt sein Leben umso mehr. Heute arbeiten noch rund 12'000 Menschen in den Mienen. Abgebaut wird aber vor allem Zinn, Zink, Kupfer und Blei. Die Abbaumethoden haben sich aber in den letzten hundert Jährten kaum verändert. Neu hingegen ist der Tourismus, welche den Leuten auf sichere Art Geld einbringt. Mittels Touren wird den Touristen gezeigt, auf welch unmenschliche Art diese Leute, teilweise auch Kinder, arbeiten müssen.


Unsere Reise ging weiter nach Sucre. Was viele nicht wissen, Bolivien hat praktisch zwei Hauptstädte, Sucre und La Paz. Die offizielle Hauptstadt ist Sucre, der Regierungssitz Bolivien's befindet sich jedoch in La Paz. Kompliziert, ist aber so. In Sucre gibt es viele Häuser im kolonialen Stiel zu bestaunen. Weiter können etliche Museen besucht werden. Wir haben uns nur eine kurze Zeit in der Hauptstadt aufgehalten bevor wir weiter in die zweite Hauptstadt sind - La Paz. 


La Paz ist eine riesige Stadt, relativ arm, weshalb es nicht überall sicher ist. Die Menschen leben relativ einfach und ernähren sich vor allem von Kartoffeln, Suppen und Cocablättern. Die Cocablätter, welchen man nachsagt, sie seien gegen die Höhenkrankheit hilfreich, haben eine leicht betäubende Wirkung. Der Mund und die Zunge werden leicht träge, mehr nicht. Mein Ding war es nicht, vor allem muss man alle paar Sekunden spuken. Aber Bolivien und Cocablätter gehören einfach zusammen. Jeder La Paz Besucher wird früher oder später im Hexenmarkt landen, wo es Mittel gegen jegliche Krankheit und Sorgen zu kaufen gibt. Zu wenig Geld? Kinderwunsch? Hausbau? Besseren Sex? Es gibt nicht's für was die modernen Hexen von heute kein passendes Mittel hätten. Ausserdem hängen überall Lamafötus. Ich habe die "Hexe" gefragt, für was das gut sein soll. Sie antwortete, wenn man ein Haus bauchen möchte, vergrabt man den Fötus vorher unter der Erde, oder wenn man Geld benötigt. Irgendwie schon schräg, wenn man solche Geschichten hört, aber es gehört nunmal zur Kultur. 


Eine weitere grosse Touristenattraktion ist der "Camino de la Muerte". Die Yungas-Strasse ist rund 65 Kilometer lang und hat den Ruf, die gefährlichste Strasse der Welt zu sein, deshalb der Name. Die Strasse wurde in den 30er Jahren erbaut und war der einzige Zugang zur Stadt Coroico. Der Beginn der Strasse befindet sich auf über 4'650 m.ü.M. und endet auf etwa 1'200m. Jährlich starben schätzungsweise 200 bis 300 Personen auf dieser schmalen, einspurigen Strasse. Obwohl die Strasse wirklich eng ist, gibt es Verkehr von oben und unten. Es gilt jedoch Linksverkehr, da derjenige, welcher nach unten Fahrt, die bessere Sicht Richtung Abgrund hat. Seit 2006 besteht eine Umfahrungsstrasse, weshalb die Todesstrasse eigentlich nicht mehr befahren werden muss. Heutzutage wird sie praktisch nur noch von mutigen Touristen zum Downhillbiken genutzt. Die teilweise schlechten Witterungsverhältnisse, die schmale Schotterstrasse und der steile Abgrund machen die Strasse jedoch wirklich unberechenbar. Ein wahres Abenteuer, welches jedoch nicht zu unterschätzen ist.


Ein Highlight war der Besuch der Cholitas. Dies sind im Ring kämpfende Frauen. Wer schon mal amerikanisches Wrestling gesehen hat, der weiss ungefähr, um was es geht. Die Kämpfe sind nur inszeniert, der Gewinner bzw. Verlierer steht schon vor Beginn immer fest. In den USA ist diese Art der Unterhaltung mittlerweile eine riesen Industrie und wurde perfektioniert. In Bolivien ist dies etwas anders. Die Kämpfe finden meist in doch sehr heruntergekommenen Turnhallen statt. Es handelt sich ausserdem mehr um eine Komedieveranstaltung als ein "Kampf". Die Schläge sind teilweise so schlecht gespielt, dass man einfach lachen muss.  Die Stimmung unter dem gemischten Publikum von teils Touris und teils Einheimischen war aber trotzdem oder gerade deswegen super. Stühle werden auf Rücken und Köpfen zertrümmert, Gegner aus dem Ring geworfen und mit Tonkrügen beworfen. Danny, unser kolumbianischer Begleiter, hatte gar die Ehre mit in den Ring zu steigen und zusammen mit den Chulas einen Bösewichten zu vermöbeln. Hat echt gut ausgesehen. Hier einige Impressionen:

Bolivien ist mit Abstand das günstigste Reiseland in ganz Südamerika. Ein spannendes, aber etwas anderes Südamerika. Was mir besonders aufgefallen ist, die Bolivianer mögen es so gar nicht, wenn sie von Touristen fotografiert werden. Dies ist das erste Mal, dass mir dies in Südamerika aufgefallen ist. Hier gilt es also besonders darauf zu achten, die Einheimischen zuerst zu Fragen, ob man ein Foto machen darf. Trotzdem eine Reise wert. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Marketing (Freitag, 11 August 2017 12:42)

    Hello mister. Look for best in Beijing. Best in Beijing. Thank you sir

  • #2

    ---------------- (Mittwoch, 13 September 2017 21:43)

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